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KATZEN

Geschichte | Haltung | Pflege | Gesundheit | Erziehung


Katzen kommen - gleich nach den Hunden - an 2. Stelle bei den beliebtesten Haustieren.
Und dies eigentlich schon seit tausenden Jahren.

Schon die alten Ägypter achteten und verehrten die Katze, einerseits aus praktischem Denken - schützten doch die Katzen ihre Getreidevorräte vor Ratten und Mäusen - andererseits wurde die Katze aufgrund ihres zurückhaltenden, anmutigen, ja mystischen Wesens, als milde und gütige Göttin Bastet, Gemahlin des Sonnengottes Ra, verehrt.
Auch von den Römern wurde die Katze als Mäusefängerin hoch geschätzt und bald wurde die Katze auf der gesamten - damals bekannten - Welt bewundert.

Um 1200 n. Chr., als der Aberglaube blühte, sank das Ansehen der Katzen wieder rapide: Sie wurden mit heidnischen Bräuchen in Verbindung gebracht und zusammen mit Hexen und Ketzern zu Millionen gefoltert, erhängt, gesteinigt und verbrannt. Dies hatte jedoch zur Folge, dass Ratten sich ungehindert fortpflanzen konnten, da die wenigen übriggebliebenen Katzen dem keinen Einhalt mehr gebieten konnten. Die Ratten schleppten die Pest in die mittelalterlichen Städte ein. Erst auf dem Höhepunkt der Pest-Zeit, Mitte des 18. Jahrhunderts, als es Louis Pasteur gelang, Mikroben als Verursacher von Krankheiten und Seuchen nachzuweisen und Impfstoffe zu entwickeln, kam die Katze kam langsam wieder zu den ihr gebührenden Ehren. Es begann der zweite - noch heute anhaltende - Aufstieg der Katze zum geliebten Haustier. 1871 fand in London die erste Katzenausstellung statt, im ausgehenden 19. Jahrhundert wurden in England und Amerika die ersten Katzenclubs gegründet, und man begann mit der systematischen Zucht von Katzen. Somit war das ehemalige "Hexentier" endlich zur Gänze "rehabilitiert".

 

HALTUNG

Die Katze ist ein Wesen mit 2 Gesichtern: Sie will ebenso für sich sein, wie sie Geselligkeit sucht. Sie will ebenso Mäuse jagen wie den Kontakt zu ihrem Menschen pflegen. Obwohl Katzen Einzelgänger und "Individualisten" sind, so suchen sie doch oft die Gesellschaft anderer Katzen (wozu für sie im übrigen auch der Mensch gehört). Der Impuls muss jedoch von der Katze ausgehen. Sie verbringt viele Stunden am Tag ruhend oder geht ihre eigenen Wege und will dann nicht gestört werden. Sie in solchen Momenten zum spielen zwingen zu wollen oder sie gar auf den Arm zu nehmen, wäre ganz falsch. Die Katze würde darauf gar nicht oder nur unwillig reagieren, womöglich sogar kratzen und beissen.
Wenn die Katze jedoch die Aufmerksamkeit des Menschen sucht, kann sie je nach Temperament durchaus fordernd auftreten. Sie streicht dir so lange um die Beine, springt dir auf den Schoß, stupst dich mit dem Kopf an oder setzt sich z. B. mitten auf die Zeitung, die du gerade zu lesen versuchst, bis du endlich das tust, was sie von dir will. In den meisten Fällen ist dies: gestreichelt werden ;-)

Alleine oder doch zu zweit?
Wenn die Katze tagsüber alleine zuhause bleiben muss, in einem Revier, das ihr keiner streitig macht, mit ständig gefülltem Futternapf, also ohne Herausforderungen, könnte sie bald Langeweile empfinden, die Katze wird vielleicht faul und dick... Manche Katzen sind Einzeltiere. Sie schließen sich sehr eng an ihren Menschen an und wollen ihn auch mit keinem anderen Tier teilen. Solche Katzen kann (nicht muss!) man getrost alleine halten. Allen anderen ist bestimmt ein Partner lieber.
Bei älteren Katzen, die "ihre" Wohnung bisher lediglich mit ihrem Menschen geteilt haben, wird die Sache schon etwas schwieriger.

Ausstattung
Unumgänglich zur Haltung einer Katze ist ein Katzenklo, das unbedingt sauber gehalten werden muss. Es sollte an einem ruhigen Platz stehen, da die Katze gerne unbeobachtet ihr Geschäft verrichtet. Weiters notwendig ist ein Kratzbrett, oder noch besser ein Kratzbaum, an dem sie ihre Krallen schärfen kann, sonst tut sie es nämlich an Möbeln, Teppichen, Tapeten usw... Ausserdem kann man der Katze für ihre Ruhestunden ein Körbchen mit einem weichen Polster anbieten, allerdings sucht sich die Katzen ihren Lieblingsplatz selbst aus. Es ist also nicht gesagt, dass sie ihr Körbchen auch annimmt...

 

PFLEGE

Kosmetik für die Katze
Katzen sind regelrechte Reinlichkeitsfanatiker, die sich täglich etwa drei Stunden ihrer Körperpflege widmen. Dabei lecken sie mit ihrer rauhen Zunge den ganzen Körper. Der Kopf, der mit der Zunge nicht erreichbar ist, wird mit den Pfoten, die wie Waschlappen funktionieren, geputzt.

Bei der Fellpflege benötigen Haus- und Kurzhaarkatzen so gut wie keine menschliche Hilfe. Langhaarkatzen dagegen, wie z.B. Perser oder Maine Coon, sollten möglichst täglich gekämmt oder gebürstet werden, damit ihr Haarkleid nicht verfilzt. Baden sollte man eine Katze - bis auf wenige Ausnahmen - nie. Auch die Maniküre übernimmt die Katze selbst, indem sie ihre Krallen wetzt. Freilaufkatzen tun dies draußen an Bäumen und Pfählen. Wohnungskatzen stellt man am besten einen Kratzbaum zur Verfügung.

Die Ohren erreicht die Katze mit den Pfoten nur äußerlich. Daher sollte man sie von Zeit zu Zeit kontrollieren und sanft mit einem Wattebausch, getränkt mit einer speziellen Lotion aus dem Fachhande, reinigen. Dunkler Belag weist auf Ohrmilben hin. Dann gehört der Stubentiger zum Tierarzt. Strahlende Augen sind ein Zeichen von Gesundheit und Wohlbefinden. Manche Katzen neigen jedoch zu Verkrustungen an den Augen. Diese werden vorsichtig mit Augenpflege-Tropfen aus dem Fachhandel entfernt. Zeigen sich Entzündungen oder Verletzungen am Auge, sollte man den Tierarzt aufsuchen.

Die Gesundheit der Zähne hängt in erster Linie von der richtigen Ernährung ab. Markenfertignahrung enthält alle wichtigen Mineralstoffe. In besonderen Belastungssituationen, wie z.B. nach Krankheiten, kann man der Katze zusätzlich Präparate mit Kalzium und Phosphor geben. Zusätzlich sollte ihr Gebiß regelmäßig auf Zahnstein kontrolliert werden. Vorhandener Zahnstein wird vom Tierarzt entfernt.

(c) Copyright (26.10.2000) AHO Aktuell - Informationen zur Tiergesundheit - www: http://www.animal-health-online.de

 

GESUNDHEIT

Teebaumöl - eine Gefahr für Katzen
Teebaumöl liegt im Trend. Immer häufiger wird es auch bei Katzen zur Flohbekämpfung eingesetzt. Was viele Katzenbesitzer nicht wissen: Teebaumöl kann schädlich, ja sogar tödlich für ihr Tier sein.
Teebaumöl enthält Terpene und Phenole. Katzen können diese Verbindungen nur sehr langsam ausscheiden, die Inhaltsstoffe des Teebaumöls reichern sich im Körper der Katze an, es kommt zur Vergiftung. Selbst wenn man der Katze nur wenige Tropfen Teebaumöl zur Flohbekämpfung auf das Fell tropft, so kann die Katze doch bei der Fellpflege toxische Mengen aufnehmen und erkranken.
Die Symptome: Taumeln, chronische Abmagerung, Zittern, Unruhe, Schwäche.
Selbst wenn die Katze momentan keinerlei Symptome zeigt, schließen Veterinärmediziner Langzeitschädigungen bei wiederholter Anwendung von Teebaumöl nicht aus!
Wird eine vergiftete Katze frühzeitig tierärztlich behandelt, kann sie sich innerhalb von 2 bis 5 Tagen erholen, ansonsten kann die Vergiftung mit Koma und Tod enden.

Impfungen
Schutzimpfungen sind wohl die wichtigste Vorsichtsmaßnahme überhaupt. Eine nicht geimpfte Katze kann Infektionskrankheiten bekommen, die leider sehr oft tödlich enden.

Ist meine Katze gesund?
Eine gesunde Katze ist lebhaft, verspielt und putzt sich schon von klein auf ausgiebig. Die äußeren Merkmale einer gesunden Katze sind klare Augen, ein schönes, dichtes, glänzendes Fell, saubere Ohren, schöne Zähne ohne Schäden oder Belag, rosa Zahnfleisch, gut geformter, weicher, dunkler Kot, gelber, klarer Urin.

Krankheiten erkennen
Eine kranke Katze sitzt lustlos herum, frisst vielleicht nicht oder weniger als gewohnt, eventuell kratzt sie sich auffallend häufig. Zeigt die Katze eines dieser oder auch andere Symptome, sollte so schnell wie möglich ein Tierarzt aufgesucht werden. Bitte keine Selbstversuche unternehmen!

ERZIEHUNG

"Ich wohne bei meiner Katze - nicht sie bei mir". Ein oft gehörter Satz unter Katzenbesitzern. Und der kommt nicht von ungefähr:
Eine Katze ist ein sehr selbständiges und eigenwilliges Wesen, eine Erziehung ist nur soweit möglich, als die Katze dies auch zulässt. Wenn die Katze will, kann sie im Zusammenleben mit dem Menschen einiges lernen. Es scheint es allerdings eher so, dass die Katze den Menschen in seiner Handlungsweise beeinflusst, als umgekehrt.

Es gibt ein paar Grundregeln zur Erziehung von Katzen:

1. Sprich immer ruhig mit deiner Katze, vermeide Geschrei.
2. Sei konsequent! Verbiete ihr immer wieder nur das gleiche. Unerwünschtes Verhalten (z.b. Betteln oder gar "Stehlen") darf nicht an einem Tag heiter toleriert und am nächsten verboten werden.
3. Benutze stets die selben Ausdrücke, wie "Nein", "Pfui", "Runter", "Raus"... Äußere diese Befehle nicht barsch, aber bestimmt!
4. Lobe und streichle deine Katze, wenn sie dir gefolgt hat.
5. Tadel sollte immer bestimmt und mit klaren Worten erteilt werden, niemals mit Geschrei, Schlägen, Einsperren o.ä.
6. Sprich ruhig und oft mit deiner Katze. Sie versteht dich! Viele Katzenbesitzer schwören darauf!

Wenn die Katze auf ihren Namen hören soll:
nenne beim Streicheln, Füttern oder anderen angenehmen Dingen immer wieder ihren Namen. So wird sie ihn sich bald merken und auf Ruf zumindest nachsehen kommen, ob es vielleicht etwas gutes zu fressen gibt....

Wenn die Katze nicht stehlen soll:
Stehlen ist einer Katze nicht gänzlich auszutreiben. Es gehört zu ihrem Naturell wie etwa die Beutejagd. Wird sie beim stehlen ertappt und getadelt, so wird sie dich wahrscheinlich sehr betreten anschauen, sie wird verstehen, dass Stehlen unerwünscht ist, aber sie wird es bei der nächsten Gelegenheit wieder tun. Um dies zu verhindern, empfiehlt es sich, nichts Essbares und keine offenen Töpfe herumstehen zu lassen.

Wenn die Katze nicht betteln soll:
Gib deiner Katze von Anfang an möglichst zur gleichen Zeit zu fressen und gib ihr vor allem nichts vom Tisch. Nicht jede Katze bettelt, aber wenn sie nun schon diese Angewohnheit hat, wird man es ihr wohl nicht mehr vollkommen abgewöhnen können. Das Wichtigste auch hier wieder: bleib konsequent!

Wenn die Katze an bestimmten Stellen kratzen soll:
Wenn deine Katze nicht sowieso an dem dafür bereitgestellten Kratzbaum oder Kratzbrett ihre Krallen wetzt, so gibt es eine Möglichkeit, sie dazu zu bringen: Kratze mit deinen Fingernägeln an einer "erlaubten" Stelle. Durch das Geräusch wird die Katze neugierig und versucht es dann ebenfalls. Wenn sie an einer verbotenen Stelle kratzt, tadelst du sie mit einem bestimmten "Nein", trägst sie zum Kratzbaum/-brett, richtest sie daran auf und führst ihre Pfoten sanft auf und ab. Kratze wieder auch selbst daran. Dies wiederholst du immer wieder, so lange, bis sich der gewünschte Erfolg eingestellt hat und die Katze nur noch dort kratzt, wo du es willst. Geduld ist hierbei sehr wichtig!

Wenn die Katze nicht ins Bett darf:
Hier hilft keine erzieherische Maßnahme. Dieses gemütliche Plätzchen wird die Katze immer wieder einnehmen, wenn du nicht radikal die Schlafzimmertür verschließt.

Bildquelle: E. Mangl