CHINCHILLA-INFO

ALLGEMEINES | HALTUNG | ERNÄHRUNG | PFLEGE | GESUNDHEITChinchillas sind sehr intelligente Tiere

Chinchillas kommen ursprünglich aus Südamerika, und zwar aus den höher gelegenen Gebieten der Anden. Sie sind nacht- und dämmerungsaktiv und daher gut für Berufstätige geeignet. Chinchillas können sehr zutraulich werden, das hängt von der Herkunft, dem Charakter und dem Menschen, der mit ihnen umgeht, ab. 

Für Kinder sind sie allerdings nur bedingt geeignet, denn sie werden nur selten so zahm wie Meerschweinchen und sind vom seidigen Fell her sehr empfindlich im Umgang. Auch verstehen Kinder oft nicht, dass Chinchillas tagsüber Ruhe benötigen und stören ihre Ruhe darum oft.

Chinchillas kommen zum Menschen hin, lassen sich gern mal am Hals oder am Bauch kraulen und manche hüpfen auch gern auf Arm, Schulter oder beim Auslauf über Beine, Rücken und Kopf.

Chinchillas sind sehr intelligent und ein NEIN wird oft als "jetzt erst recht" ausgelegt. Man kann sie nicht erziehen, und ihr Nagetrieb macht vor nichts halt. Nicht nur, dass sie unsere Möbel gern zerlegen - es sind ja nun mal Nagetiere - Lacke, Glasuren und Kunststoffe sind auch für sie sehr gefährlich und können zu Vergiftungen oder Verdauungsproblemen führen. Also Vorsicht!

Chinchillas sind keine "billigen" Tiere - ein robustes, qualitativ hochwertiges und gesundes Chinchilla bekommt man am besten bei namhaften (Hobby)-Züchtern mit Abstammungsnachweis. Vom Kauf in Zoohandlungen ist abzuraten, denn oft sind die Tiere dort schon psychisch sehr belastet und haben mehrere Wege hinter sich. Die Beratung in solchen Läden ist leider zu oft mangelhaft. Chinchillas machen überwiegend leise Laute - im Käfig können sie jedoch durch Nagen und springen einigen Lärm erzeugen. Darum sind sie für das Kinderzimmer oder Schlafzimmer ebenfalls nicht geeignet.

Sollte man ein Chinchilla mal greifen müssen, um es zu untersuchen, ist einiges unbedingt zu beachten!
Siehe dazu unter 'Haltung'.

Es ist unbedingt erforderlich, sich vor der Anschaffung von Chinchillas mit guter Literatur einzudecken. Hilfreich sind auch Interessengemeinschaften wie z.B. www.chinchilla.info, die mit vielen Hinweisen, Erfahrungsberichten und Tipps sowie einem Forum für Fragen zur Seite steht.


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HALTUNG

Chinchillas sind Herdentiere. Man sollte daher mindestens 2 Tiere zusammen halten, gemischte Gruppen nur mit einem Bock!
Gleichgeschlechtliche Gruppen, je nachdem, wie sie sich vertragen, das hängt vom Charakter der einzelnen Tieren ab. Eine Kastration beim Chinchilla ist risikoreicher als bei anderen Tierarten. Wenn es unbedingt sein soll, dann vorher erkundigen, welcher Tierarzt schon mehrfach erfolgreich Chinchillas kastriert hat und eine Inhalationsnarkose verwendet.

Vergesellschaftung
Kann kompliziert sein - Chinchillas sind sehr Charakterstark. Hier hilft ebenfalls die Erfahrung von langjährigen Haltern und Züchtern weiter. Niemals sollte man jedoch ausgewachsene Chinchillas einfach zusammen setzen. Blutige und manchmal auch tödliche Kämpfe können die Folge sein. Das beste Alter zur Vergesellschaftung ist vor der Geschlechtsreife. Möchte man sich den "Akt" mit der Vergesellschaftung ersparen, empfiehlt es sich gleichgeschlechtliche Geschwister zu nehmen.

Sozial-/Gruppenverhalten
Chinchillas brauchen die Nähe ihrer Artgenossen. Sie beknabbern und kuscheln sehr viel miteinander. Sehr viel beobachten kann man dies am Tage, wenn sie auf- und übereinandergekuschelt schlafen. Dies kann ihm der Mensch nicht ersetzen. In Gruppen bilden sie wie Hunderudel ein Rangordnung, die beim Ausscheiden eines Mitgliedes neu geregelt wird. Dabei bespringen sich die Chinchillas ähnlich wie bei einem Paarungsakt und der Überlegene ist der Ranghöhere. Ist ein Gruppenmitglied neu hinzugekommen oder wird nicht akzeptiert, können die Kämpfe bis zum Tode führen. Darum sollte man einer bestehenden friedlichen kein weiteren Partner integrieren und Partnerwechsel vermeiden. Mehrere Weibchen mit einem Bock zu halten, kann bei Brunft und wenn Nachwuchs da ist zu Eifersüchteleien unter den Weibchen oder zu Streit zwischen jüngeren und älteren Jungtieren führen. Dies sollte gut beobachtet werden, denn notfalls muss man solche Gruppen grundsätzlich trennen. Niemals mehrere Böckchen mit mehreren Weibchen in einem Käfig und wenn man eine Böckchengruppe hält, sollte man darauf achten, dass keine brünftigen Weibchen in der Nähe sind, dessen Geruch die Böcke "heiß" macht.

Käfig
Vorzugsweise sollten Chinchillas in großen Volieren mit Zwischenböden ab 1 m Höhe gehalten werden. Mindestmaße sind 100 cm x 50 cm x 100 cm für 2 Tiere, aber auch hier gilt: je größer, desto besser. Bei Höhen über 100 cm sollten unbedingt Zwischenböden oder Bretter so eingezogen werden, dass die Chins nicht auf den Boden stürzen können. Ebenfalls sollten Futternapf und Sandwanne unter Brettern stehen, damit das Chinchilla dort nicht darauf stürzen kann.

Frische Äste von Weide, Apfel, Haselnuss und Birne als Klettermöglichkeit, ein Schlafhaus oder eine Korkröhre, Sitzbretter (alles aus Kiefer unbehandelt), Heuraufe, Futternapf (von außen befestigt), Nippeltränke. Beliebt als Versteck: Tonröhren. Korkröhren sollten wegen ihrer Neigung zur Pilzbildung häufig mit heißem Wasser und Essigessenz gereinigt werden. Der Standort des Käfigs nicht in starker Zugluft oder wo tagsüber Lärmbelästigung das Tier beim Schlaf stören. Kellerräume sind ungeeignet, da sie zu dunkel sind und das Chins keinen Tagesrhythmus finden kann. Auch sollte die Luft im Chinchilla-Zimmer möglichst trocken (um 60 % Luftfeuchte) und nicht zu warm (max. 25 Grad) sein. Sollte es doch mal wärmer werden, kann man mit Fliesen oder Tongefäßen, die zuvor im Kühlschrank standen, Abhilfe schaffen.

Grundsätzlich gilt, dass man tagaktive Tiere nicht mit nachtaktiven Chinchillas in einem Raum halten sollte! Erst recht nicht, wenn man Chin- Nachwuchs erwartet. Chinchilla lieben ihren abendlichen Auslauf. Vieles in ihrer Umgebung wird mit einem sog. "Probebiss" auf Essbarkeit hin überprüft - hier liegt aber auch eine große Gefahr durch Vergiftungen oder Stromschläge von umherliegenden Gegenständen/Kabeln.

Sollte man ein Chinchilla mal greifen müssen, um es zu untersuchen, sollte man folgendes beachten:
Nie von oben - das Tier wirft bei Gefahr sein Fell ab und was man dann in den Händen hält, ist viel Fell, und ein halbnacktes Chinchilla rennt weiterhin rum. Richtig ist: Eine Hand unter den Bauch bzw. unter die Füße, die andere Hält das Tier an der Schwanzwurzel - nicht in der Mitte oder am Ende des Schwanzes, da sonst der Schwanz brechen oder reißen kann.


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ERNÄHRUNG

Chinchillas benötigen sehr rohfaserreiche Ernährung. In ihrer Heimat herrscht eine eher karge Flora, an die sich auch die Verdauung der Chinchillas angepasst hat. Ihre Nahrung besteht hauptsächlich aus Samen, Wurzeln, Zweigen und Blättern sowie aus verschiedenen Gräsern. Täglich frisches, hochwertiges Heu, gemischt mit Kräutern und Blättern sind also ein Muss! In unserem Almenland Bio-Kräuterheu sind bereits 42 nachgewiesene Kräuter enthalten, hier wären nur noch wenig bis keine Blätter und Kräuter hinzuzufügen.

Leckereien sind Apfel und Löwenzahn - beides sollte nur in sehr geringen Mengen gefüttert werden. Langsam damit anfangen, um die Verdauung daran zu gewöhnen und nicht zu überlasten. Andere Leckereien enthalten zu viel Fruchtzucker oder Fette, die dem Chinchilla langfristig schaden.

 

PFLEGEChinchillas brauchen ein Sandbad für die Fellpflege

Das wichtigste für die Fellpflege ist das Sandbad (Attapulgus), ohne dieses würde das Fell verkleben und verfilzen - täglich etwa 30 Minuten ein Sandbad in den Käfig stellen. Dieses kann mit einem Sieb gereinigt werden und sollte je nach Verschmutzung auch zur Käfigreinigung gewechselt werden.

Der Käfig/das Gehege sollte 1 mal wöchentlich gereinigt werden, um Keimbildung vorzubeugen. Alternativ kann man auch alle 3 Tage die Pipiecke entfernen und dann alle 14 Tage komplett säubern. Das Trink-Wasser sollte täglich gewechselt werden und das Futter und Heu jeden Abend aufgefüllt werden. Im Käfig liegende Futter- und Heureste sollten auch täglich entfernt werden, da sich auch dort schnell Keime bilden.

 
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GESUNDHEIT

Beim Tier:

Am häufigsten treten Darmerkrankungen und Hautpilze auf. Hierbei hilft der erfahrene Züchter oder kompetente Tierarzt (letzteres ist leider schwer zu finden).

Andere schwere Erkrankungen kommen häufig nur bei Unsauberkeit der Käfige und hoher Luftfeuchtigkeit im Haltungsraum vor. Darum ist die Optimale Fütterung und Haltung das A und O.

Beim Menschen:

Allergien:
Das Chinchilla produziert keinen Talg oder Hautöle/Fette nur Lanoline, die die Haut geschmeidig halten und säubert sich selten mit Speichel, so wie Katzen, und verursachen daher kaum allergische Reaktionen beim Menschen. Nur durch rumfliegende Haare kann selten Asthma ausgelöst werden. Wer allerdings gegen Streu, Heu oder speziellen Sand (Attapulgus + Blue Cloud) allergisch ist, sollte sich keinen Chinchilla halten, da diese Dinge für ein Chin lebensnotwendig sind.

Danke für diese Informationen an die IG Chinhilla Deutschland!


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